„Ihr macht ehrliche Musik, ich nehme euch das alles zu 100 % ab.“
Wenn dir das Alexis Dallas nach einem schweißtreibenden Abend Backstage in Plochingen sagt, während das Adrenalin noch spürbar in den Adern pumpt und das verdiente Kaltgetränk in der Hand liegt, dann weißt du: Der Abend war verdammt noch mal richtig. Kein langes Gerede, kein künstliches Schulterklopfen – einfach ein fettes Kompliment von Musikern für Musiker.
Das hat mich auf der Heimfahrt durch die Nacht zum Nachdenken gebracht. Was bedeutet eigentlich „ehrliche Musik“ in einer Welt, die immer mehr durchgestylt, glattgebügelt und algorithmusoptimiert ist? Für mich ist die Antwort untrennbar mit einem Begriff verbunden: Freiheit.
Kein Sicherheitsnetz, keine Kompromisse
Echte Freiheit hat nichts mit den Hochglanz-Bildern aus der Werbung zu tun. Sie ist nicht sauber und sie ist nicht perfekt. Auf der Bühne bedeutet Freiheit vor allem die Abwesenheit von Angst und Fassade. Wenn wir die Amps einstöpseln und der erste Akkord den Staub von den Wänden holt, gibt es kein Sicherheitsnetz.
Freiheit heißt:
- Die Fehler zuzulassen, weil sie den Schweiß und das Leben in die Songs bringen.
- Den Moment zu jagen, statt einer perfekten Studio-Aufnahme hinterherzulaufen.
- Sich die Kante zu geben – musikalisch, energetisch und ohne Kompromisse.
In einer Zeit, in der jeder versucht, die Erwartungen anderer zu erfüllen, ist ein Live-Gig die ultimative Verweigerung. Wir müssen keinem Trend hinterherrennen. Wir spielen den Rock ’n’ Roll so, wie wir ihn fühlen: tief im Bauch, dreckig und laut.
Wenn das Konzept zum Song wird
Dass das kein theoretisches Gelaber ist, hat spätestens der Moment bewiesen, als wir unseren Song „Liebe & Freiheit“ in die Menge gefeuert haben. Das ist nicht einfach nur ein Track auf der Setlist; das ist das Brennglas für alles, worum es uns geht.
In dem Song steckt genau diese Reibung: dass echte Liebe und echte Freiheit verdammt viel Mut erfordern, weil man das Visier komplett hochklappen muss. Als die Riffs durch das Alte Fuhrmannshaus peitschten und der Refrain stand, hat man im Raum gemerkt: Hier wird gerade nichts inszeniert. Da vorn vor der Bühne und bei uns an den Instrumenten gab es keine Masken mehr. Da zählte nur noch die pure, ungefilterte Energie.
Die Freiheit, echt zu sein
Alexis hat es nachher auf den Punkt gebracht. Man kann Freiheit nicht faken. Entweder du meinst es ernst, oder du lässt es bleiben. Das Publikum spürt den Unterschied sofort.
Wir haben uns an diesem Abend in Plochingen einfach die Freiheit genommen, genau die Band zu sein, die wir sind. Ungeschminkt und zu 100 % echt.
Danke an Alexis Dallas für den fetten Support und danke an alle, die mit uns laut waren. Die Freiheit lebt – man muss nur den Lautstärkeregler weit genug aufdrehen.

